Swiss Ski Trainer Weltcup-Europacup

Franz Heinzer über seine Tätigkeit als Trainer bei Swiss Ski

Nach meinem Rücktritt 1994 und der folgenden Skiabstinenz von 10 Jahren habe ich den Skirennsport weiterhin mit viel Herzblut verfolgt.
Die Schweizer Erfolge waren etwas bescheiden und rundherum sollte ich die schlechten Resultate unsere Skirennfahrer kommentieren und analysieren. Meine Antwort war stehts die gleiche, bevor eine seriöse Aussage über evt. Fehler usw. Sinn macht und möglich ist, müsste ich über längere Zeit in einem Team integriert sein. Auf Anfrage seitens Swiss-Ski stieg ich dann später ins Trainerbusiness direkt im Skiweltcup in den Speed-Disziplinen  ein.

Nach 5 Jahren im Speed-Weltcup übernahm ich zusammen mit einem Trainerteam die Aufgabe junge Europacup-Rennfahrer (zwischen 20 und 25 Jahren) zu akquirieren ,sie vom B-Kader in den Weltcup zu führen und zu coachen. Ihnen alle meine eigenen gemachten Erfahrungen von meiner langjährigen  Skikarriere möglichst gradlinig weiter zu vermitteln. Natürlich hat sich seit meinem Rücktritt beim Skirennsport so einiges verändert. Sei es vor allem von Seiten der Technik oder dem Material. Aber das wichtigste, die positive Grundeinstellung, sowie die absolute Leistungsbereitschaft zum Spitzensport war und wird in 20 Jahren immer noch der Grundstein für den Erfolg sein. Das heisst für mich in erster Linie ein Leben für den Spitzensport zu leben. Dass sie lernen Eigenverantwortung zu übernehmen, sie in der langen Trainingsphase optimal auf die Rennsaison vorzubereiten und zu betreuen. Damit sie dann bei den Rennen ihr Leistungsmaximum abrufen können.
Es braucht Jahre und enorm viel Zeit, mit Arbeit und Erfahrung in allen Bereichen zum konstanten Routinier im Spitzensport  zu wachsen.


Durch meine eigenen Erfahrungen kenne ich die jeweilige Situation der Athleten. Natürlich  kenne ich ihr Denken, Fühlen und Handeln nach einem Sturz oder unmittelbar vor dem Start, auch die Lockerheit und Genugtuung nach einem Sieg. Eine Mischung die maximale Leistungsbereitschaft zu bringen, verbunden mit Erwartungsdruck , muss mit einer gewissen Lockerheit auf die Piste übertragen werden.
Mit vielen konzentrierten, gezielten Ski-Trainingsläufen, möglichst am Limit, habe ich jeweils die dringend nötige Sicherheit für den Wettkampf erarbeiten und aufbauen können. Mit der Brechstange geht es in der Regel auch nicht, eine gewisse Lockerheit und innere Ueberzeugung sind unabdingbar um das Rennglück auf seine Seite zu zwingen.
Leider sind auch Rückschläge nach Verletzungen, oder körperlichen Schwierigkeiten von Knie und Rückenbeschwerden schon bei Nachwuchs-Athleten ein grosses Thema. Wie meistere ich lange Trainings oder Rennunterbrüche, wie gehe ich mit Niederlagen oder Stürzen um. Sich nach langen Verletzungen wieder zurückzukämpfen ist etwas vom schwierigsten für die Athleten. Erfahrungsgemäss kommen sie jeweils gestärkt aus einer Verletzung zurück, oder aber sie haben langfristig grosse Mühe wieder Fuss zu fassen. Fast jeder grosse Sportler durchläuft früher oder später einmal eine solche zukunftsentscheidende Phase.
Sie lernen erste Verträge mit Ausrüstern und Sponsoren aushandeln und den Umgang mit den Medien, dem Fan-Club oder mit der persönlichen Bekanntheit. Alle diese Komponente müssen passen und auf einen Nenner gebracht werden, um im komplexen Skirennsport zu funktionieren und Erfolg zu haben.
Mein Engagement als Swiss-Skitrainer umfasst vor allem den Speedbereich mit den Super-G und Abfahrten im Europacup ,sowie teilweise auch bei Fis-Rennen. Wir versuchen neben der immens wichtigen Grundtechnik, den jungen Fahrern früh die Grundelemente der schnellen Disziplinen zu vermitteln und sie mit dem Speed vertraut zu machen.
Vor allem bei den Rennen fühle ich mich manchmal relativ hilflos am Pistenrand stehend, wenn sich unsere Fahrer aus dem Starthaus herauskatapultieren. In diesem Augenblick konnte ich früher das Zepter selber in die Hand nehmen. Jetzt hoffe ich ganz einfach, dass die Athleten ihr Leistungsmaximum abrufen können.


Polysportiv  zu sein  ist für Jugendliche bis zu einem gewissen Alter in Richtung Spitzensport sehr förderlich und absolut positiv. Vor allem auch auf Grund der Tatsache, dass ein Mensch bis 10 jährig koordinativ, feinmotori oder in Bewegungsabläufen unheimlich viel aufnehmen und umsetzen kann. Wenn sich die  jungen  Sportler/Innen dann entscheiden eine Sportart ernsthaft in Richtung Spitzensport zu betreiben, müssen sie sich  mit aller Konsequenz dafür aufopfern und zielorientiert daraufhin arbeiten.Jeder auch noch so polysportiv, geeignete und sehr talentierte Sportler besitzt meiner Ansicht nach maximal 10%

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